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Tycho Brahe

Der um einiges ältere und europaweit bekannte dänische Astronom Tyche Brahe arbeitete in seinem Observatorium in Prag an seinen Messungen der Planetenstände und dessen Datensammlungen. Sie waren die besten in Europa und bekannt für ihre Genauigkeit und ihren Umfang. Brahe erfand ein eigenständiges Weltbild, das Tychonische Weltbild, das die Erde ins Zentrum des Sonnensystems stellte und der Sonne einen eigenen Platz verwies.

Der erste Auftrag von Brahe an Kepler

Johannes Kepler war ein bekannter und hoch angesehener Mathematiker und Gelehrter, der aus seiner Wahlheimat Graz aus Glaubensgründen wegziehen musste. Da kam ihm eine Anfrage Brahes sehr gelegen. Brahe empfing Kepler mit offenen Armen. Dieser wollte den mittlerweile bekannten und geschätzten Kepler persönlich kennenlernen und brauchte ihn nicht ganz uneigennützig, um für ihn die komplizierte Mars-Bahn -Berechnung durchzuführen. Eine schwierige Aufgabe, an der auch Brahe und seine Mitarbeiter selbst scheiterten. Kepler nahm die Stelle auch noch aus einem weiteren Grund an: er wollte die hervorragenden Messgeräte und Aufzeichnungen von Brahe für seine eigene Forschung verwenden.

Intellektuelle Auseinandersetzungen

Das fachliche Interesse trieb Kepler dazu, sich in die Arbeit zu stürzen, wobei es zwischenmenschlich zwischen den beiden starken Charakteren nicht immer ganz harmonisch ablief.

Das tat er nicht ohne Hintergedanken. Keppler war ein überzeugter Kopernikaner, da er die Ansichten des Kopernikus über das veränderte Weltbild des Sonnensystems teilte und verteidigte. Dieses besagte, dass die Sonne der Mittelpunkt unsres Sonnensystems ist, und nicht die Erde, wie Ptolemäus annahm. Nach Keplers Überzeugung über die Richtigkeit der Kopernikanischen Wende, verteidigte er diese Ansichten auch vor dem berühmten Wissenschaftler Tycho Brahe (der kaiserliche Hofastronom), der alles andere als begeistert davon war. Der hatte nämlich seine ganz eigenen Theorie, wie die astronomischen Abläufe des Sonnensystems verlaufen und bestand auf seinem entwickelten Tychoanischen Weltbild. Bei diesem befand sich die Erde im Mittelpunkt, die Sonne mit einigen anderen Planeten bildeten einen anderen Schwerpunkt. So zumindest erklärte er sich seine Beobachtungen der Planetenläufe. Nur verstand er in diesem Zusammenhang nicht, weshalb sich ausgerechnet der Mars so verhielt, wie er sich verhielt.

Beide Herren waren auf ihre Weise sehr selbstbewusst und wussten, was sie fachlich beherrschten. Kepler war der deutlich jüngere von beiden, doch wusste er auch, dass Brahe ihn als genialen Mathematiker brauchte. Brahe war grundlegend ein erfolgsverwöhnter Wissenschaftler, der es gewohnt war, mit höchstrangigen Personen zu verkehren und von ihnen gefördert zu werden.

So exakt und akribisch er auch bei seiner Arbeit als Astronom war, genauso aufbrausend war sein Wesen. Durch einen Streit mit einem Kontrahenten verlor er bei einem Duell seine Nase und trug seit dem eine goldene Prothese, was zu seinem Markenzeichen wurde. Auch Kepler war selbstbewusst genug, um sich mit seinen Ansichten und Haltungen gegen die Meinung Brahes zu stellen. Er wusste, dass Brahe ihn für die Berechnung der Mars-Bahn brauchte und pokerte hoch.

Rudolfinische Tafeln

Gemeinsam wurden sie vom Kaiser beauftragt, astronomische Tafeln (Rudolfinische Tafeln) mit unzähligen Planetenständen anzufertigen. Ein wirklich umfangreiches Unterfangen, dessen Fertigstellung Tycho Brahe nicht mehr erleben sollte.

Er starb 1601 vermutlich an einer Harnwegsinfekten innerhalb von 10 Tagen.

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