Was ist eine Geburtszeitkorrektur?
Meines Erachtens nach sind alle Berechnungen der Astrologie wichtig und interessant. Egal, ob man die Radix selbst oder ein Solar berechnet oder die Achsen genau bestimmt – mir macht das großen Spaß.
Doch die „Königsdisziplin“ der astrologischen Berechnungen ist die Rektifikation – die Geburtszeitkorrektur.
Wozu benötigt man eine Geburtszeitkorrektur?
Kennst du deine genaue Geburtszeit?
Heutzutage sind die genauen Geburtsuhrzeiten bekannt und in den örtlichen Standesämtern hinterlegt. Viele kennen ihre genaue Uhrzeit aber nicht. Möglicherweise erinnert sich deine Mutter nur an eine grobe Zeitspanne , z.B. dass es bereits dämmerte oder dunkel war als du das Licht der Welt erblickt hast, oder ähnliches. Um genaue Analysen und Prognosen erstellen zu können, bin ich allerdings auf die möglichst genaue Geburtsuhrzeit angewiesen.
Der Himmel ist in Bewegung

Je nach Geburtsort, also welche Breitengrade wir betrachten, wechselt das aufsteigende Zeichen am AC die Geschwindigkeit. Im Schnitt benötigt der AC ca. 4 Minuten für 1°. Befinden wir uns aber auf der nördlichen Halbkugel, steigen gewisse Zeichen schneller auf und andere dafür langsamer. Auf der südlichen Halbkugel verhält es sich genauso, nur mit den entgegengesetzten Zeichen. .
Weil die Zeichen unterschiedlich schnell aufsteigen, können schon wenige Minuten darüber entscheiden, ob diese wichtige Hauptachse noch auf den letzten Gradzahlen des einen, oder in den ersten Gradzahlen des nächsten Zeichens steht.
Aufgrund dieser Geschwindigkeit, sind die Hauptachsen eines Horoskops absolut individuell und durch ihre Position ergeben sich auch direkt die weiteren Lebensbereiche. Deswegen sind die Häuser eines Horoskops auch sehr viel individueller zu bewerten als die Zeichenbelegung. Die Position in den Zeichen ist, je nach astrologischem Faktor, verhältnismäßig kurz (z.B. der Mond) oder auch bis zu Jahrzehnten (z.B. Pluto) in einem Zeichen. Die individuellen Häuserplatzierungen und die Lage der Achsen bestehen also einen sehr überschaubaren Zeitumfang über wenigen Minuten.
Aus Minuten werden Jahre

Kurzum, die Geburtszeit ist entscheiden dafür, ein möglichst exaktes Horoskop erstellen zu können. Denn dies ist die Grundlage für jede weitere astrologische Arbeit. Aussagekräftige Prognosen kann man nur erstellen, wenn die Geburtszeit korrekt ist. Stimmt diese, um sagen wir 8 Minuten nicht, kann diese Verschiebung in den Prognosen eine Aussage hervorbringen, die sich um eine Zeitspanne von 7-9 Jahren verschiebt. Das ist fatal.
Deswegen habe ich mich in dieses komplizierte Thema gut eingearbeitet und biete nun Geburtszeitkorrekturen an.
Wie wird die Geburtszeit korrigiert?
Zuerst ggf. größere Abweichungen korrigieren
Ist die Uhrzeit gänzlich unbekannt, lediglich der Geburtstag sowie der Geburtsort gesichert, ist es ratsam zunächst eine Vorkorrektur über die tagesaktuelle Mondstellung durchzuführen. Der Mond bewegt sich täglich zwischen 12°-15°. Geht man von einer Geburtszeit um die Mittagsstunde aus, bedeutet die, dass je nach wahrer Geburtszeit davor oder danach, der Mond in etwa eine Strecke von 6°-7,5° nach vorne oder hinten zurückgelegt haben kann. Er ist quasi der Faktor, den ich durch seine schnelle Laufbewegung verwenden kann, um zu überprüfen, zu welchen Stunde die Geburt stattgefunden haben könnte. Das schränkt die Wahrscheinlichkeiten des Tagesverlaufen schon enorm ein.
Dann geringe Abweichungen korrigieren
Ich benötige 10 bis 12 tagesgenaue, bedeutsame oder emotional ergreifende Ereignisse der Biographie, wie beispielsweise die Hochzeit, die Geburt der Kinder, Unfall, Sterbetag eines nahestehendes Menschen, Hausverkauf oder Beförderungen.
Mit diesen Ereignissen korrigiere ich die Geburtszeit über drei verschiedene Varianten, um die Ergebnisse damit gegenseitig zu überprüfen:
- Beziehe ich mich auf Transite als bewegliche Faktoren, die ich in Bezug zu den Horoskop-Faktorensetze, dirigiere ich die Horoskop-Faktoren zu diesen beweglichen Faktoren in den wahrscheinlichen Winkelbeziehungen. Auf diese Weise ergeben sich erste Positionen der möglichen Hauptachsen, was die Zeitspanne der möglichen Geburt weiter einschränkt. Diese Berechnungen führe ich mit allen genannten Ereignissen einzeln durch und ergeben sich dementsprechend viele Ergebnisse. Durch die Mittelung dieser erhalte ich eine angenommene korrigierte Uhrzeit.
- Über den mittleren Sonnenbogen (Naibod-Schlüssel) funktioniert es ähnlich, wie bei den Transiten.
- Die Korrektur über die primär dirigierten Achsen funktioniert anders und ich muss umdenken. Denn jetzt dirigiere ich nicht die beweglichen Faktoren zu den Horoskop-Faktoren, sondern die vermeintlichen Achsen werden in Bezug zu den Faktoren dirigiert. Diese Methode ist eine andere Vorgehensweise, aber ebenso effektiv, wie die bereits oben angesprochenen.
Insgesamt rechne ich also aus tatsächlich stattgefundenen Ereignissen auf die Geburtszeit zurück, denn solche Ereignisse lassen sich ja auch im Umkehrschluss aus dem Geburtshoroskop ableiten. Und wenn das gelungen ist, dann kann ich natürlich auch weitere zukünftige Ereignisse genauer zeitlich datieren.
Diese Arbeit ist sehr zeitaufwändig. Aber sie lohnt sich immer.
Was bringt eine Geburtszeitkorrektur?
Eine genaue Geburtsuhrzeit ist die Grundlage für eine richtige Radix. Auf dieser basieren dann alle weiteren Analysen, wie z.B. die Progressionen. Schon geringe Abweichungen im Minutenbereich können die Analysen deutlich verfälschen.